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| Wer baute das erste Klavier für Linkshänder? |
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Ein Klavier für Linkshänder? Das war schon im Gründungspräsidium des B.F.P. e.V. ein gern diskutiertes Thema für eine mögliche April-Ausgabe der damaligen Verbandszeitschrift »PianoMag«. Daß dieses Thema nicht nur ein Gag, sondern für Linkshänder-Pianisten ein ernstes Thema sein könnte, mußte auch der Deutsche Pianistenverband erst lernen.
Nun dürfte vielleicht ein Disput ausbrechen, wer von sich wirklich behaupten kann bzw. darf, den ersten Linkshänderflügel gebaut zu haben. Zumindest sagen zwei Pianisten aus, als Erste ein solches Instrument in Auftrag gegeben zu haben.
Der englische Pianist Christopher Seed ließ bei »Poletti & Tuinman Fortepiano Makers« einen Nachbau eines historischen Graf-Flügels (Wien 1826) in einer Linkshänder-Variante bauen. 1998 wurde das Instrument fertiggestellt und öffentlich ausgestellt.
Zudem bietet Seed ein MIDI-Modul über seine WebSeite an, daß die Tastaturbelegung spiegelverkehrt, um so auch Spielern von Digitalklavieren die Möglichkeit linkhändigen Klavierspiels zu geben.
Der in Trier lebende ungarische Pianist Géza Losó kam jetzt auf dem Europiano-Kongress ebenfalls mit dem ›ersten‹ Linkshänderflügel ins Gespräch. Er dürfte gegenüber Seed jedenfalls patenturkundlich die Nase vorn haben. Losó hat bereits 1992 seine Konstruktion beim Deutschen Patentamt in München angemeldet.
Der Pianist arbeitet zu Übungszwecken ebenfalls mit einem MIDI-Modul. In diesem Fall an einer umgepolten Variante eines handelsüblichen MIDI-Prozessors in Verbindung mit einem Digital-Klavier.
Losó wollte sich mit dem historischen Nachbau von »Poletti & Tuinman« nicht zufrieden geben, da er einen modernen Flügel mit Gußeisenplatte wollte.
Die Julius Blüthner Pianofortefabrik GmbH aus Leipzig hat für Losó das Unternehmen gewagt und den ersten modernen Konzertflügel für Linkshänder gebaut. Seed dagegen hat — streng genommen — das erste Fortepiano für Linkshänder bauen lassen.
Doch Losó denkt noch weiter. Er hat sogar eine Notation für Linkshänder entwickelt. Nach langen Experimenten kam er auf die praktikabelste Lösung: das Vertauschen der Notenhälse. Losó plant zudem, Noteneditionen für Linkshänder herauszugeben.
Siehe auch in »PianoDepesche«: Linkshänder-Recital |
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