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Josef »Joe« Zawinul ist 70
 
Der österreichisch-amerikanische Bandleader, Keyboarder und Komponist Josef »Joe« Zawinul ist heute 70 Jahre alt geworden.

Mit drei Schnitzelbrötchen und einem Stipendium in der Tasche reist er mit dem Schiff 1959 nach Amerika: Josef »Joe« Zawinul. Der legendäre Jazzmusiker hat heute das 70. Lebensjahr erreicht. Der gebürtige Wiener, der als Kind zunächst mit dem Akkordeon Volksmusik zu spielen beginnt und später durch den Klavierunttericht am Wiener Konservatorium mit Klassik in Berührung kommt, entdeckt bald den Jazz für sich. Bereits in Wien wird er ein ausgezeichneter Bebop-Pianist.

Während seiner Studienjahre spielt er bei Studiosessions unter anderem auch mit Nikolaus Harnoncourt (Cello).

Er will zunächst nur wegen des Berklee-Stipendiums rüber, merkt aber sofort: »Des is mei Platzerl.« Sein Einstieg läuft geradezu beispielhaft: Maynard Ferguson Big-Band (1959), Pianist bei Dinah Washington (1959-61), dann bei Julian »Cannonball« Adderley (1961-70). Für Adderley schreibt Zawinul seinen ersten 'Hit': »Mery, Mercy, Mercy«. In dieser Zeit entwickelt der Pianist einen eigenen, charakteristischen quasi 'Anti-Bop-Stil', der ihn von amerikanischen Bop-Pianisten unterscheidet.

Bereits in der Anfangszeit erhält er das Angebot, bei Miles Davis einzusteigen. Er fühlt sich nicht so weit. 1969 ist es dann endlich so weit: Zawinul heuert an. Mit Miles Davis, Herbie Hancock, Chick Corea, Wayne Shorter u.a. nimmt er sein Stück »In a Silent Way« zu Miles' gleichnamigen Album auf. »Bitches Brew« folgt, der Jazzrock ist da!

Mit dem Saxophonist Wayne Shorter gründet er dann Ende 1970 die bahnbrechende Gruppe Weather Report, deren bekannester 'Hit' eine Zawinul-Komposition ist: »Birdland«. Zawinul, der bei Adderley, Davis oder in der Anfangszeit der Gruppe hauptsächlich das ePiano (Wurlitzer und Fender-Rhodes) spielt, bringt nach und nach den Synthesizer ins Spiel und entwickelt eine ausgefeilte Soundpalette.

Nach dem Ende von Weather Report (1985) tourt Zawinul zunächst mit seiner Keyboard-Burg auf Solopfaden oder arbeitet mit seinem Landsmann, dem Konzertpianisten Friedrich Gulda (1987-94) zusammen.

Bis heute tritt er mit seiner neuesten Formation, dem »Zawinul Syndicate« auf. Eine Formation, die den Fusion-Gedanken um Weltmusikaspekte erweitert. Daneben betätigt sich Zawinul in den letzten Jahren auch als Komponist von Orchesterwerken wie »Stories of the Danube« (1996) oder »Mauthausen« (1998).

Anläßlich seines 70. Geburtstags erhält Josef Zawinul den »Bird Award« des »North Sea Jazz Festival« in Den Haag, das heuer vom 12. bis 14. Juli stattfindet.
 
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