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| Conrad Hansen ist tot |
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Am Samstag verstarb der Pianist und Pädagoge Conrad Hansen im Alter von 95 Jahren. Laut Angaben seines Sohns Holger gegenüber der dpa konnte sich Hansen von den Folgen eines Schlaganfalls, den er vor einigen Monaten erlitt, nicht mehr wieder erholen.
Mit Hansen starb einer der bedeutendsten Pianisten seiner Generation, der letzte Vertreter der deutschen Pianistenschule (Claudio Arrau, Wilhelm Backhaus, Eduard Erdmann, Edwin Fischer, Walter Gieseking, Arthur Schnabel). Der Meisterschüler und Assistent von Edwin Fischer (ab 1922), der 1935 dessen Nachfolger an der Berliner Musikhochschule wurde, begann seine Laufbahn als gerühmter Klavierpädagoge zunächst als international gefeierter Konzertpianist.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Prof. Hansen Mitbegründer der Detmolder Musikakademie. 1960 trat er die Nachfolge von Eduard Erdmann an der heutigen Hochschule für Musik und Theater Hamburg an. Daneben unterrichtete er auch an der Lübecker Musikhochschule. Die Hamburger Jahre dürfen als die Fruchtbarsten betrachtet werden. Die Stadt Hamburg verlieh dem Künstler daher zum 90. Geburtstag die »Brahms-Medaille«.
Hansen liebte auch die Kammermusik. Über 30 Jahre musizierte er mit Erich Röhn (Violine) und Arthur Troester (Violoncello) im erfolgreichen »Conrad Hansen Trio«. Als Herausgeber der Urtext-Ausgabe von Beethovens Klaviersonaten im G. Henle Verlag machte er sich ebenfalls einen verdienstvollen Namen.
Hansen hat zwar im eigentlichen Sinne keine Schallplattenkariere gemacht, jedoch sind einige bemerkenswerte Aufnahmen entstanden. 1940 spielte Hansen Tschaikowskijs erstes Klavierkonzert mit den Berliner Philharmonikern unter Willem Mengelberg für Telefunken ein. Beethovens viertes Klavierkonzert nahm er 1943 mit den Berliner Philharmonikern unter Wilhelm Furtwängler für den Reichsrundfunk auf. Das fünfte Klavierkonzert Beethovens hat er sowohl mit dem Orchester der Deutschen Oper Berlin unter Eugen Jochum als auch mit dem RIAS Symphonieorchester unter Karl Böhm aufgenommen. Weiterhin gibt es verschiedene Solo-Aufnahmen; darunter Mozart-Sonaten auf dem Hammerklavier für die Deutsche Grammophon (1957).
Weniger bekannt sein dürfte, daß Conrad Hansen das Cembalo in Traugott Müllers berühmten Film »Friedemann Bach« (D 1940-41) spielte. An den Aufnahmen mit der Staatskapelle Berlin sowie »Herrn Professor Diener und dessen collegium musicum« wirkte übrigens auch Günther Ramin an der Orgel mit. |
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