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| Cembalistin Silvia Kind verstorben |
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Silvia Kind, die Schweizer Cembalistin, ist letzten Donnerstag im Alter von 95 Jahren in Port Angeles im US-Staat Washington verstorben.
Kind, die sich vor allem für die zeitgenössische Musik einsetzte, studierte am Konservatorium in Chur Komposition, Dirigieren, Kontrapunkt und Chorleitung. Danach ergänzte sie ihr Studium bei Paul Hindemith (Kontrapunkt) und Edwin Fischer (Klavier) in Berlin.
1935 legte sie die Konzertreifeprüfung für Klavier ab, wechselte aber bald ins Cembalofach. Nachdem sie 1936 nach Zürich zog, wurde die Künstlerin Dozentin an der Volkshochschule und leitete den Männerchor »Freiheit«, den Frauenchor »44« und den »Corale pro Ticino«. Kind schrieb Aufsätze über das Cembalo und zeitgenössische Schweizer Komponisten und wirkte in der »Zürcher Musikkommission«.
Silvia Kind war in Zürich auch Assistentin des Dirigenten Hermann Scherchen im damaligen »Radioorchester Beromünster«. Scherchen, der sich entschieden für die Avantgarde einsetzte, wurde als Deutscher in der Schweiz während des Zweiten Weltkriegs mit Argwohn betrachtet. Kinds vehementes Eintreten für den Dirigenten brachte ihr selbst Schwierigkeiten ein: Verleumdungen und Anfeindungn führten dazu, daß sie 1945 unter Protest aus dem »Schweizerischen Tonkünstlerverein« austrat.
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Cembalistin ihre Konzertkarriere verstärkt im Ausland fort. Ab 1948 wurde sie Dozentin an der Hochschule für Musik in Berlin und ab 1955 ebenda Professorin. Wenige Jahre später wanderte Siliva Kind schließlich in die USA aus. |
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