|
|
 |
| Christoph Schlingensief mißbrauchte Klavier |
| |
Der Theaterprovokateur Christoph Schlingensief hat letzten Montag FDP-Wahlplakate, 7.000 Patronenhülsen, 20 kg tote Fische, 20 kg Daunenfedern, Waschpulver sowie Martin Walsers umstrittenen Roman »Tod eines Kritikers« wie ein Düsseldorfer Karnevalist über ein Klavier gekippt. Die Aktion fand vor dem Firmengebäude von FDP-Parteivize Jürgen Möllemanns Düsseldorfer Waffenexportfirma WEB/TEC statt.
Schlingensief wollte gegen dessen israel-kritische Äußerungen demonstrieren. Möllemann selbst reagierte auf die Aktion mit einem Schild an seiner Firmentür: »Betriebsausflug zum Schlingensief-Puppentheater heute geschlossen«. 20 Polizisten sicherten sein Firmengelände. Michael Block, Sprecher der FDP in Nordrhein-Westfalen, kommentierte dies wie folgt: »Ein typischer Schlingensief. Was er künstlerisch nicht schafft, versucht er mit Provokation.«
Das im Sinne einer Fluxus-Aktion von Joseph Beuys gedachte Happening wurde von der Polizei beendet: Verhaftung, Freilassung, Verhaftung und schließlich Personalienaufnahme. Laut Aussage des Einsatzleiters der Düsseldorfer Polizei Ralf Kazmierczak erfüllte das Verbrennen eines Galgens samt Strohpuppe mit dem kopierten Konterfei des israelischen Staatspräsidenten Ariel Sharon den Straftatbestand der Verunglimpfung von Staatsoberhäuptern. Die übrigen Handlungen seien von der grundgesetzlich garantierten Freiheit der Kunst gedeckt. Schlingensief muß jetzt für die Durchführung eines alten Hexenrituals mit einer Klage rechnen.
Schlingensiefs FDP-Wahlkampftour »Aktion 18« zum Festival »Theater der Welt« stieß auf allgemeines Unverständnis: Die Nachbarn wunderten sich, »dat der dat nich selber wieder wech machen muß.« |
| |
|
| |
| mehr aus dieser Rubrik |
|
 |
|